Donnerstag, 18. Dezember 2008
Abendehssan mit Dariani
lanu, 13:13h
Vorbemerkung: Im Rahmen der Aktion "Blogger adoptieren Printjournalisten" - Jeder sollte einen haben - entschloss ich mich dann doch, mich um Boss Bulo zu kümmern. Um seinem Printprodukt die Überlebenschance zu sichern, die wir uns alle für clap wünschen. musste ich mich in die Tiefen der Printhölle begeben.
Es folgt das Ergebnis nach der Schlußredaktion durch Journalisten. (Absolut ohne Links):
Was hab ich mich gefreut: Ich fliege auf Clap-Kosten nach Berlin, um den fast zweitwichtigsten Millionenjunggesellen Deutschlands zu treffen. StudiVZ-Mitbegründer Ehssan Dariani und ich bei einem Abendessen im Borchardt. Auf seine Kosten. Vielleicht würde er mich aber auch in dieses fischige Schnellrestaurant gegenüber dem Roten Rathaus ausführen, in dem ich ihn schon einmal zu beobachten das Vergnügen hatte. Wahrscheinlich kommt er wie immer mit dem Rad, trägt einen Anzug, hohe Schuhe, ein farblich nicht abgestimmtes Klettband ums Hosenbein und: redet. Redet. Redet.
Dariani gehört zu den Menschen, die sich beim Sprechen ab und an selbst überholen. Das kennt man ja. Solche Leute halten dann plötzlich inne und fragen so etwas wie: „Ähm, wo war ich gerade?“ Erst dann laufen sie wieder synchron. So einer ist er. Manche nervt das. Sie werden unruhig, wenn ihr Gegenüber den Serviettenhalter auf dem Tisch zum sechsten Mal anpackt. Ich dagegen kann dabei sehr gut abschalten. So bekomme ich sicher kaum mit, wenn er wieder mal sein Showprogramm abspielt.
Verrückter Typ mit einem Lebenslauf, der aus einer Businessplanvorlage entnommen scheint. Er sei schon seit der Schulzeit ein Headhunter gewesen, immer auf der Suche nach den besten Köpfen, die man anzapfen könne. Vermutlich ist er schon drei Sätze weiter, wenn ich einwenden will, dass ich solche Leute Parasiten nennen würde. Ich lasse es. Denn ich habe gelesen, dass ihn manche für einen halten, dessen tolle Ideen man nur kanalisieren müsse. Seine Geschichte springt weiter wie ein Welpe durch den Raum.
Kurzer Einwand: Man kann die Kopie einer amerikanischen Webseite für eine eingeschränkte Zielgruppe ja für eine tolle Idee halten. Ist sie aber nicht. Dariani – klug genug, das zu wissen – kann das egal sein. Wenn StudiVZ Holtzbrinck Millionen wert ist, spielt das keine Rolle.
Dariani nimmt gern mal einen ordentlichen Schluck aus dem Pott Koketterie und prahlt zwischendurch immer wieder damit, „Experte auf keinem Gebiet“ zu sein. Er hasse angeblich Anglizismen, bezeichnet sich aber gern als „Projektpusher“ und wird nicht müde, allen auszumalen, wie „smart“ doch die Amis seien.
Holtzbrincks Millionen scheinen extrem wichtig für Dariani. So bekam vieles in seinem Leben einen Sinn. Was schiefgelaufen war, wurde wieder geradegerückt. Das abgebrochene Physikstudium, die geplatzte Geschäftsidee mit der Männerkosmetik, spätpubertäre Webvideos, Geburtstagseinladungen im Nazistil, eine Software mit Sicherheitslöchern, groß wie das Brandenburger Tor. All das verblasst im Glanz des Geldes für StudiVZ. Selbst, dass er „sein Baby“ verlassen musste, bekommt in seiner Biografie einen positiven Dreh. Konzerne hätten Mühe, innovative Charaktere zu halten, ist Darianis Erklärung. Er sagt nicht: „Sieh her, ich bin ein Popstar, und ich kann tun und lassen, was ich will.“ Aber er glaubt – und genießt es.
„Damals galt ich als Verlierer“, gestand Dariani unlängst bei einer Präsentation. Und er verband es mit einem Triumphgrinsen und der Geschichte, wie er versuchte, ehemalige Kommilitonen mit ins StudiVZ-Gründungsboot zu holen. Die aber wollten nicht. Dariani macht sich keine Gedanken darüber, warum das so war.
Man müsse authentisch sein, Tabus brechen und sich unterscheiden. Fest steht: Ich höre auf, ihm zuzuhören, wenn er von seiner Gruschel GmbH berichtet und meint, er würde eine vierstellige Summe durch sein konservativ angelegtes Geld täglich verdienen.
Meinen schlechten Kaffee werde ich wie immer selbst zahlen, und der Jungmillionär wird beim Hinausgehen mit der Fischverkäuferin schäkern, die ihn sicher süß findet …
Verdammt! Ich wär so gern mal wieder echt lecker essen gegangen. Aber Dariani, dieser Bill Kaulitz 0.5, musste ja einen auf unerreichbar machen.
Screenshot
Es folgt das Ergebnis nach der Schlußredaktion durch Journalisten. (Absolut ohne Links):
Abendehssan mit Dariani
Nur wenige haben sich so intensiv mit StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani beschäftigt wie Lanu, CEO der Boocompany. Wir baten die Bloggerin, ihn auf ein Gespräch bei Kaviar und Kerzenlicht zu treffen.Was hab ich mich gefreut: Ich fliege auf Clap-Kosten nach Berlin, um den fast zweitwichtigsten Millionenjunggesellen Deutschlands zu treffen. StudiVZ-Mitbegründer Ehssan Dariani und ich bei einem Abendessen im Borchardt. Auf seine Kosten. Vielleicht würde er mich aber auch in dieses fischige Schnellrestaurant gegenüber dem Roten Rathaus ausführen, in dem ich ihn schon einmal zu beobachten das Vergnügen hatte. Wahrscheinlich kommt er wie immer mit dem Rad, trägt einen Anzug, hohe Schuhe, ein farblich nicht abgestimmtes Klettband ums Hosenbein und: redet. Redet. Redet.
Dariani gehört zu den Menschen, die sich beim Sprechen ab und an selbst überholen. Das kennt man ja. Solche Leute halten dann plötzlich inne und fragen so etwas wie: „Ähm, wo war ich gerade?“ Erst dann laufen sie wieder synchron. So einer ist er. Manche nervt das. Sie werden unruhig, wenn ihr Gegenüber den Serviettenhalter auf dem Tisch zum sechsten Mal anpackt. Ich dagegen kann dabei sehr gut abschalten. So bekomme ich sicher kaum mit, wenn er wieder mal sein Showprogramm abspielt.
Verrückter Typ mit einem Lebenslauf, der aus einer Businessplanvorlage entnommen scheint. Er sei schon seit der Schulzeit ein Headhunter gewesen, immer auf der Suche nach den besten Köpfen, die man anzapfen könne. Vermutlich ist er schon drei Sätze weiter, wenn ich einwenden will, dass ich solche Leute Parasiten nennen würde. Ich lasse es. Denn ich habe gelesen, dass ihn manche für einen halten, dessen tolle Ideen man nur kanalisieren müsse. Seine Geschichte springt weiter wie ein Welpe durch den Raum.
Kurzer Einwand: Man kann die Kopie einer amerikanischen Webseite für eine eingeschränkte Zielgruppe ja für eine tolle Idee halten. Ist sie aber nicht. Dariani – klug genug, das zu wissen – kann das egal sein. Wenn StudiVZ Holtzbrinck Millionen wert ist, spielt das keine Rolle.
Dariani nimmt gern mal einen ordentlichen Schluck aus dem Pott Koketterie und prahlt zwischendurch immer wieder damit, „Experte auf keinem Gebiet“ zu sein. Er hasse angeblich Anglizismen, bezeichnet sich aber gern als „Projektpusher“ und wird nicht müde, allen auszumalen, wie „smart“ doch die Amis seien.
Holtzbrincks Millionen scheinen extrem wichtig für Dariani. So bekam vieles in seinem Leben einen Sinn. Was schiefgelaufen war, wurde wieder geradegerückt. Das abgebrochene Physikstudium, die geplatzte Geschäftsidee mit der Männerkosmetik, spätpubertäre Webvideos, Geburtstagseinladungen im Nazistil, eine Software mit Sicherheitslöchern, groß wie das Brandenburger Tor. All das verblasst im Glanz des Geldes für StudiVZ. Selbst, dass er „sein Baby“ verlassen musste, bekommt in seiner Biografie einen positiven Dreh. Konzerne hätten Mühe, innovative Charaktere zu halten, ist Darianis Erklärung. Er sagt nicht: „Sieh her, ich bin ein Popstar, und ich kann tun und lassen, was ich will.“ Aber er glaubt – und genießt es.
„Damals galt ich als Verlierer“, gestand Dariani unlängst bei einer Präsentation. Und er verband es mit einem Triumphgrinsen und der Geschichte, wie er versuchte, ehemalige Kommilitonen mit ins StudiVZ-Gründungsboot zu holen. Die aber wollten nicht. Dariani macht sich keine Gedanken darüber, warum das so war.
Man müsse authentisch sein, Tabus brechen und sich unterscheiden. Fest steht: Ich höre auf, ihm zuzuhören, wenn er von seiner Gruschel GmbH berichtet und meint, er würde eine vierstellige Summe durch sein konservativ angelegtes Geld täglich verdienen.
Meinen schlechten Kaffee werde ich wie immer selbst zahlen, und der Jungmillionär wird beim Hinausgehen mit der Fischverkäuferin schäkern, die ihn sicher süß findet …
Verdammt! Ich wär so gern mal wieder echt lecker essen gegangen. Aber Dariani, dieser Bill Kaulitz 0.5, musste ja einen auf unerreichbar machen.
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hockeystick,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 13:27
Jetzt bitte noch die Version vor der Schlussredaktion. ;-)
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lanu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 13:28
wer es verpasst hat
im rahmen des rettungsjobs habe ich kontakt zu herrn dariani gesucht, mir dafür einen facebook-account zugelegt und den herren zwecks detailinfos zu einem chatinterview gebeten. ich bekam als antwort die bitte, ich mäge doch die fragen schicken. ich meinte, dann würde die spontanität verlorengehen, schickte die fragen dennoch.
trotz zweier nachfragen ließ er die deadline verstreichen, um ddann knapp eine woche später mit mir kaffee trinken zu wollen, weil die fragen interessant seien er aber sonst nicht mit "fake profilen" rede.
daraufhin meinte ich, dass es nun zu spät sei.
ende der geschichte.
da oben steht das ergebnis.
so läuft es, wenn man mich ignoriert :-)
trotz zweier nachfragen ließ er die deadline verstreichen, um ddann knapp eine woche später mit mir kaffee trinken zu wollen, weil die fragen interessant seien er aber sonst nicht mit "fake profilen" rede.
daraufhin meinte ich, dass es nun zu spät sei.
ende der geschichte.
da oben steht das ergebnis.
so läuft es, wenn man mich ignoriert :-)
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sunny5,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 14:01
das mit der männerkosmetik ist ..., also das war mir neu, bzw. unbekannt. ansonsten, schöner text, lanu. :-)
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bellablog,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 14:07
HAHAHAHAHAHA
HAHAHAHA!
*röchel* ist das guuuut! : ))))))))
HAHAHAHA!
*röchel* ist das guuuut! : ))))))))
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mark793,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 14:57
Beginnt bisschen borderlinig,
der Beitrag, macht aber durchaus Lesevergnügen. Frage mich, ob die Geschichte auch so knackig geworden wäre, wenn Ihr Euch tatsächlich getroffen hättet.
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lanu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 15:00
wir werden es nie erfahren :-)
was ist denn "borderlinig"?
was ist denn "borderlinig"?
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mark793,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 15:16
Will sagen, es geht anfangs so ein bisschen in Richtung Borderline-Journalismus, also einer nicht so eindeutig klaren Trennung von Realität und Fiktion. Mit diesem Begriff bezeichnete Tom Kummer später seine Hollywood-Celebrities-Interviews, die so nie stattgefunden hatten. Du bringst zum Schluss die verschiedenen Ebenen ja mühelos in Übereinstimmung, von daher passt dieses Label nicht wirklich auf Deine Geschichte. Aber Du hast mit diesen Ebenen sehr schön gespielt, ich erkenne ganz deutlich literarische Talente.
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lanu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 15:18
literarische talente?
nu is aber gut. ich kann nur einen von euch adoptieren. ;-)
nu is aber gut. ich kann nur einen von euch adoptieren. ;-)
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hockeystick,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 16:41
Vorsicht. Gleich fangen sie wieder an, mehr längere Texte zu fordern.
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sunny5,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 17:19
dumdumdumdiedeldumdum dumdumdumdiedeldumdum ...
yes, das ist der flow. weiter so, weiter so.
yes, das ist der flow. weiter so, weiter so.
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ugugu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 18:32
«MEHR LANGE TEXTE!»
*Transparentschwing*
IG Mehrlangetexte
*Transparentschwing*
IG Mehrlangetexte
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lanu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 18:52
jenau. und dann zeig ich mal, wie paid content wirklich geht ;-)
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tobra,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19:25
> jenau. und dann zeig ich mal, wie paid content wirklich geht ;-)
Paid-Content geht am besten mit Titten. So, und jetzt sind Sie dran. Zeigen Sie mal :-)
Paid-Content geht am besten mit Titten. So, und jetzt sind Sie dran. Zeigen Sie mal :-)
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saizew,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 21:43
*puuuuuuuuuuuuuuuuuh*,
watt bin ich froh, nu' endlich is' datt *Häh?*-Gefühl bei mir beim Lesen hier im Blog vorbei ist... hab' mich so manches mal in den letzten Wochen/Tagen gefragt, welchen Film ich verpasst hab' resp. in welchem Film ich (hier) gelandet bin.... ;-) *g*
Ansonsten, ich stimme ugugu absolut zu:
«MEHR LANGE TEXTE!»
*Transparentmitschwing* ;-)
Ansonsten, ich stimme ugugu absolut zu:
«MEHR LANGE TEXTE!»
*Transparentmitschwing* ;-)
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lanu,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 21:58
ich mag es, wenn es meine leser nicht so einfach haben. :)
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bulo,
Donnerstag, 18. Dezember 2008, 23:36
Gut gemacht, Frau Praktikantin!
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lanu,
Freitag, 19. Dezember 2008, 10:58
@boss bulo
ihr postfach ist schon wieder voll. :-(
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bulo,
Freitag, 19. Dezember 2008, 11:49
So, hab gerade mal den E-Müll weggebracht. Jetzt isses wieder leer. :-)
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