Dienstag, 12. Mai 2009

waldsterben

Jämmerlich
Miriam Meckel, die tief im journalistischen Establishment steckende "unabhängige" Expertin für den Einfluss der Parteien auf die Medienlandschaft und der Top-PR-Beraterbranche, gibt uns die Jammertante für den Qualitätsjournalismus.

Das ist so tragisch wie komisch. Sie klingt wie ein Pressesprecher, der vor Jahren den Qualitätsverlust von Firmeninformationen beklagte, weil seine Instanz den Bach runterging oder wie Klowandmatze, der sich darüber beschwert, dass jeder ins Internet schreiben kann, der einen Computer besitzt.

Hört doch auf zu jaulen. Qualität kommt nicht zurück, wenn alte Zeiten beschworen werden. Fortschritt gibt es nur mit einem klaren Kopf und dem Wunsch, sich den neuen Herausforderungen auch stellen zu wollen.

Geht sterben! Und kommt von mir aus auch wieder, wenn euch etwas eingefallen ist.

via

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ich kenne "bürger", die recherchieren zu einem thema über jahre hinweg. von denen schreit keiner nach geld.

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Heute früh, als ich den Artikel auf der FAZ las, dachte ich noch daran, ihn zu verbloggen. Aber dann bemerkte ich, dass ich so einem Geschreibsel, das von Begrifflichkeiten wie "Qualität" und "gründlicher Recherche" bei Journalisten nur so trieft, nur zuviel Aufmerksamkeit bekommt.

Wenn ich daran denke, wie oft gerade auch "Qualitätsjournalisten" sich von manipulierten und gefilterten Informationen ernähren lassen. Offensichtlich scheint den allermeisten im Studium oder während der alltäglichen Arbeit irgendwann dann die Bedeutung des Begriffs "Recherche" verlustig gegangen zu sein. Und das Wehwehchen, dass MM nun beklagt, haben garantiert wir Blogger nicht verursacht.

Ergo: ich unterstütze sie nicht dabei, sich weiterhin wehleidig in der Ecke zu suhlen... ;)

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Meckel hat Gründe
Meckel hat ganz besondere Gründe, wenn sie ihr Lamento über den Niedergang des Journalismus anstimmt. Und diese Gründe liegen in ihrer Rolle als PR- und Politik-Beraterin.
Denn die PR-Branche und Public-Affair-Heinis können ohne eine funktionierende Presse-/Medienwelt einpacken. Insofern trifft Lanu den Nagel auffem Kopp, wenn sie van Matt und dessen Klowand-Analogie anführt.

Mit anderen Worten: Nichts Neues aus der Medienbranche.

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ich hab fast sowas wie mitgefühl ;)

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Wir wollen unsern alten Dschurnalismus wiederham!
Wir wollen unsern alten Dschurnalismus wiederham!
Mit'm Bart, mit'm Bart, mit so 'nem Bart!

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Gibt es eigentlich noch irgendwo Journalisten, die als Korrektiv zu solcher PR-Vereinnahmung auftreten? - Ausschließlich Blogger machen meiner Wahrnehmung nach auf sowas aufmerksam. - Zumidest im deutschsprachigen Raum. Fefe hatte gestern so einen eklatanten PR-Fall, bei dem die ein ganzes Medizin-Journal als "Journalismus" tarnen.

Blogger adoptieren Journalisten. Folgend adoptiert jemand die Tageschau ;)
Politiker-Gelaber in der ARD-Tagesschau

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Man muß schon ein bißchen tiefer gehen als nur die "Verstrickung mit der gut zahlenden PR-Branche" zu benennen.

Man hat eine gewisse fin-de-siecle-Stimmung und der eine oder andere, der mit den bestehenden Verhältnissen gut gelebt hat, beschwört ihr Weiterbestehen.

Mich erinnern die Meckelschen Ausführungen weniger an matte Internet-Kritik ... weil dieser mE eher fundamental denn auf seine konrekten Geschäftsbereiche abzielte, als an einen Artikel in der *Süddeutschen*, wo ein Autor behaupte, "Qualität, Kultur und Niveau" seien unverzichtbar ... und diese von *ihm* zu gewährleisten.

Es deutet auf das Problem, daß einer gesamten "Schicht" die Deutungshoheit flöten geht und ich bin gespannt, wie die Politik darauf reagiert, um ihre Multiplikatoren finanziell im Futter zu halten.

Ich erinnere mich an einen kleinen Ausschnitt einer talkshow, wo eine Anne Will mit Schaum vor dem Mund engagiert gegen *Priviliegien* wetterte ... sie meinte damit aber wohl weder die gewollten, noch die ermeckerten (Achtung: Wortspiele !).

P.S.: *PR* iwS heißt auch, die Berichterstatung der eigenen und/oder erwünschten politischen Meinung anzupassen. PR ieS, d.h. für Firmen und Produkte ist doch bloß die Spitze des Eisbergs.

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vorsicht, die frau ist profi!
ich denke, sie hat einfach die gelegenheit genutzt, ein paar begriffe einzustreuen, die ihren kolleginnen arbeitsmunition liefern. beispielsweise 'soziale synchronisation' oder 'orientierung'. das ganze konstrukt 'recherchierender, unabhängiger jounalismus' droht an seinem anspruch, den es einfach nicht erfüllt, zu ersticken. eine selbstgerechte, überhebliche und verlogene branche steht am abgrund.

eigentlich steht sie da ja ganz gut.

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Soziale Synchronisation finde ist bezaubernd. Da muss ich immer an die TV-Steinzeit denken, drei Programma und eine Quote von 70% wenn Kulenkampff am Samstagsabend seine schon damals mäßigen Witze machte.

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"Geht sterben!" - das hasse ich, diesen Ausdruck. Und wenn er auch im Usenet hunderttausendmal als harmlos deklariert wurde.

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ok, akzeptiert. aber sie sterben doch wirklich.

"hassen" ist aber auch ein hartes wort

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Akzeptiert.

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danke :)

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Off-Topic: Manchmal mag ich den fefe wirklich: "Mir steckt gerade jemand das Gerücht, dass der Vorsitzende der Deutschen Kinderhilfe sich ein Pferd mit einer Abteilungsleiterin im Familienministerium teilt. Ich bin mir sicher, dass da nichts, aber auch gar nichts dran ist, und distanziere mich ausdrücklich von diesem Schmierenjournalismus. Recherchiert doch mal, um dieses schmutzige Gerücht zu widerlegen!1!! Das sind wir der Kinderhilfe und dem Familienministerium schuldig. Das ist ja wohl das mindeste, was wir für eine Versachlichung dieser Diskussion leisten können!"

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