Samstag, 18. Juni 2005
Zanolli ist pleite
lanu, 10:47h
Der Kölner Verlag hat noch im Dezember Geld von 3i in Millionenhöhe eingesackt und legt jetzt ne 1A Insolvenz aufs Parkett.
Beteiligte kriegen vor Staunen den Mund nicht mehr zu und schon gehts los. Das ganze Programm:
- möglicher Kreditbetrug
- Insolvenzverschleppung
- Bilanzfälschung
- gefakte Umsätze
Angeblich stehe schon ein neuer Geldgeber vor der Tür. Ob der wohl lesen kann?
mehr...
Beteiligte kriegen vor Staunen den Mund nicht mehr zu und schon gehts los. Das ganze Programm:
- möglicher Kreditbetrug
- Insolvenzverschleppung
- Bilanzfälschung
- gefakte Umsätze
Angeblich stehe schon ein neuer Geldgeber vor der Tür. Ob der wohl lesen kann?
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verlagskrieger,
Montag, 20. Juni 2005, 23:25
Der erste, der nicht nur die Eisbergspitze sieht
Naja, mit dem Staunen hält sich in Grenzen, schon seit September 2004 wurde von allen Beteiligten erkannt, das da was nicht stimmt.
Wenn es nicht so traurig für die Mitarbeiter und das eigentlich erfolgreiche Nebenmarkt Geschäft wäre, würde ich sogar glatt von einem Husarenstück sprechen, welches Guido Zanolli da hingelegt hat. Mit gefälschten (nicht geschönten) Bilanzen (Es waren im Nachgang 5 verschiedene Bilanzen die man abgab wie es passte...) hat man es geschafft die Unternehmensberatungen bei der due dilligence wie auch die 3i sprichwörtlich zu verarschen. Selbst als man langsam auf den Trichter kam, das etwas nicht stimmen könnte hat man aus furcht und "schäfchen ins trockene bringen" nicht gehandelt. (Glück für die Zanollis, Pech für die ganzen Drucker, Ladenbauer, Kunden...) Bruno Zanolli, seines Zeichens ewig zweiter Bruder im Bunde hat das Unternehmen komplett ruiniert mit haarsträubenden Anweisungen und mit schnellgestrickten "Wir-starten-durch-Parolen". Nach Entzug des Testat durch die 3i und dem unweigerlichen Gang nach Kanossa, (Frankfurt meldet der Zentrale die Niederlage...), war der Fall Zanolli eigentlich besiegelt. Im Übrigen hat die 3i nie die versprochenen 20 Millionen investiert. Es waren lediglich ca. 5 Millionen, die bis dahin in den Sand gesetzt wurden...
Gründe für die Insolvenz?
1. Guido Zanolli, seines Zeichens Potentat der selbst im Angesicht des Ruins nichts von seiner Selbstherrlichkeit verliert.
2. Bruno Zanolli, der ewige Zweite, der versucht mit der Brechstange seinem Bruder an den Karren zu pinkeln, auch auf Kosten der Firma.
3. Die unfähigste und chaotischste Buchaltung die ich je gesehen habe. Kein Plan, keine Ordnung und zu keinem Krisenmanagement fähig bei gleichzeitiger absoluter Arroganz sich helfen zu lassen.
Mitarbeiterkultur: was ist das?
Mitarbeiterführung: was ist das?
Und natürlich die ganzen vorfakturierten Aufträge und Luftnummern, die bis zuletzt gebucht wurden.
Ich schätze nach heutiger Rechtsprechung dürften die beiden Zanollis mit mind. 5 Jahren gesiebter Luft rechnen müssen, wenn denn alles aufgedeckt wird...
Neuer Geldgeber? Ja macht Sinn! Die Ware ist schliesslich immer noch gut und einige Mitarbeiter wohl noch rettbar.
Schade ums Unternehmen!
Wenn es nicht so traurig für die Mitarbeiter und das eigentlich erfolgreiche Nebenmarkt Geschäft wäre, würde ich sogar glatt von einem Husarenstück sprechen, welches Guido Zanolli da hingelegt hat. Mit gefälschten (nicht geschönten) Bilanzen (Es waren im Nachgang 5 verschiedene Bilanzen die man abgab wie es passte...) hat man es geschafft die Unternehmensberatungen bei der due dilligence wie auch die 3i sprichwörtlich zu verarschen. Selbst als man langsam auf den Trichter kam, das etwas nicht stimmen könnte hat man aus furcht und "schäfchen ins trockene bringen" nicht gehandelt. (Glück für die Zanollis, Pech für die ganzen Drucker, Ladenbauer, Kunden...) Bruno Zanolli, seines Zeichens ewig zweiter Bruder im Bunde hat das Unternehmen komplett ruiniert mit haarsträubenden Anweisungen und mit schnellgestrickten "Wir-starten-durch-Parolen". Nach Entzug des Testat durch die 3i und dem unweigerlichen Gang nach Kanossa, (Frankfurt meldet der Zentrale die Niederlage...), war der Fall Zanolli eigentlich besiegelt. Im Übrigen hat die 3i nie die versprochenen 20 Millionen investiert. Es waren lediglich ca. 5 Millionen, die bis dahin in den Sand gesetzt wurden...
Gründe für die Insolvenz?
1. Guido Zanolli, seines Zeichens Potentat der selbst im Angesicht des Ruins nichts von seiner Selbstherrlichkeit verliert.
2. Bruno Zanolli, der ewige Zweite, der versucht mit der Brechstange seinem Bruder an den Karren zu pinkeln, auch auf Kosten der Firma.
3. Die unfähigste und chaotischste Buchaltung die ich je gesehen habe. Kein Plan, keine Ordnung und zu keinem Krisenmanagement fähig bei gleichzeitiger absoluter Arroganz sich helfen zu lassen.
Mitarbeiterkultur: was ist das?
Mitarbeiterführung: was ist das?
Und natürlich die ganzen vorfakturierten Aufträge und Luftnummern, die bis zuletzt gebucht wurden.
Ich schätze nach heutiger Rechtsprechung dürften die beiden Zanollis mit mind. 5 Jahren gesiebter Luft rechnen müssen, wenn denn alles aufgedeckt wird...
Neuer Geldgeber? Ja macht Sinn! Die Ware ist schliesslich immer noch gut und einige Mitarbeiter wohl noch rettbar.
Schade ums Unternehmen!
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schalmei,
Mittwoch, 22. Juni 2005, 13:14
lanu: ein detail fehlt
man kann lanu nur zustimmen. Wer so gut über Interna informiert ist und morgens um kurz vor acht Statements schreibt, hat an seinem Arbeitsplatz wohl gerade nicht so wirklich viel zu tun ;-)
Aber ein Punkt ist zu korrigieren: Die Ware ist vielleicht gut, aber schon seit einem Monat von den Frankfurtern beschlagnahmt....
Wollen wir doch mal schauen, ob da überhaupt genügend Masse für ein Insolvenzverfahren zusammengekratzt werden kann....
Bei den Gründen würde ich übrigends die Reihenfolge ändern:
Platz 1 teilen sich Bruno Zanolli und die Buchhaltung
Platz 2 geht an Guido Zanolli
So viele Fehler kann einer alleine ja gar nicht machen...
In NRW winken eher 4 1/2 Jahre offener Verzug dafür, dass man 200 Leute an die Luft setzt.
Wirklich Schade drum.
Aber ein Punkt ist zu korrigieren: Die Ware ist vielleicht gut, aber schon seit einem Monat von den Frankfurtern beschlagnahmt....
Wollen wir doch mal schauen, ob da überhaupt genügend Masse für ein Insolvenzverfahren zusammengekratzt werden kann....
Bei den Gründen würde ich übrigends die Reihenfolge ändern:
Platz 1 teilen sich Bruno Zanolli und die Buchhaltung
Platz 2 geht an Guido Zanolli
So viele Fehler kann einer alleine ja gar nicht machen...
In NRW winken eher 4 1/2 Jahre offener Verzug dafür, dass man 200 Leute an die Luft setzt.
Wirklich Schade drum.
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lanu,
Mittwoch, 22. Juni 2005, 13:32
hab ich das richtig verstanden?
3i kam das irgendwann komisch vor, sie haben den fehler erkannt, zuerst weitergemacht, um dann vor einem monat die spitze abzusägen, den geldhahn zuzudrehen und zu warten, bis es passiert?
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verlagskrieger,
Freitag, 24. Juni 2005, 00:39
excellente Auffassungsgabe!
Ja lanu, genau richtig verstanden...was glaubst Du übrigens wer unter anderem beim Insolvenz Verwalter fleissig mitbietet....*fg*
@schalmei:
jepp, das mit den Frankfurtern würd ich allerdings auch als sehr interna bewerten..*fgg* die nicht jeder wissen dürfte. Aber stimmt, die Ware ist verpfändet an die Hessen.
Grüsserei
Verlagskrieger
P.S. Gut für diejenigen die bereits vor Monaten vorbauen konnten, schlecht für die ganzen Mitarbeiter, die man wissentlich an die Wand gefahren hat.
@schalmei:
jepp, das mit den Frankfurtern würd ich allerdings auch als sehr interna bewerten..*fgg* die nicht jeder wissen dürfte. Aber stimmt, die Ware ist verpfändet an die Hessen.
Grüsserei
Verlagskrieger
P.S. Gut für diejenigen die bereits vor Monaten vorbauen konnten, schlecht für die ganzen Mitarbeiter, die man wissentlich an die Wand gefahren hat.
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lanu,
Freitag, 24. Juni 2005, 07:43
@verlagskrieger
da ich mich in der branche echt nicht auskenne, tippe ich mal ganz einfach auf 3i.
hab ich was gewonnen?
hab ich was gewonnen?
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schalmeii,
Freitag, 24. Juni 2005, 11:06
@lanu
Nein, die stehen als die Oberdeppen da (siehe "Wirtschaftswoche" aus dieser KW).
5 Mios sind futsch; wohl eines der kürzesten Engagements in der Geschichte der 3i überhaupt.
Dabei haben die bereits Paragon im Portfolio; die machen das gleiche wie der Verlag der Z-Brüder.
Aber eventuell ist kaufmännischer Hirntod ja ansteckend.
@verlagskrieger
;-))
Schauen wir doch mal, wer den Kram jetzt übernimmt und wieviel Geld die Zs in Zukunft noch ausgeben.
Die Brechstange des ewig zweiten (s.o.) hat offensichtlich funktioniert. Mit Spannung werden die nächsten Durchhalte-Parolen erwartet.......
5 Mios sind futsch; wohl eines der kürzesten Engagements in der Geschichte der 3i überhaupt.
Dabei haben die bereits Paragon im Portfolio; die machen das gleiche wie der Verlag der Z-Brüder.
Aber eventuell ist kaufmännischer Hirntod ja ansteckend.
@verlagskrieger
;-))
Schauen wir doch mal, wer den Kram jetzt übernimmt und wieviel Geld die Zs in Zukunft noch ausgeben.
Die Brechstange des ewig zweiten (s.o.) hat offensichtlich funktioniert. Mit Spannung werden die nächsten Durchhalte-Parolen erwartet.......
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lanu,
Freitag, 24. Juni 2005, 11:15
gut,
ich hatte ja eingeräumt, keine ahnung zu haben. obwohl man sich als oberdepp ja auch sagen kann, dass man von den restlichen 15 millionen, die man eh investieren wollte, den laden auch kaufen könne, um es nicht ganz so peinlich aussehen zu lassen.
vielleicht tut das dem eigenen portfolio ja auch ganz gut. :-)
aber ok, ich hab verloren. :-(
darf ich dennoch was lernen? wer bietet dann mit?
vielleicht tut das dem eigenen portfolio ja auch ganz gut. :-)
aber ok, ich hab verloren. :-(
darf ich dennoch was lernen? wer bietet dann mit?
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lanu,
Freitag, 24. Juni 2005, 11:28
achtung gerücht:
vielleicht wollte 3i, dass genau das passiert.
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schalmeii,
Freitag, 24. Juni 2005, 12:32
Eher unwahrscheinlich, m.E.:
Der Vollständigkeithalber hier der Artikel aus der WiWo:
Peinliches Kapitel - Warum das Engagement der britischen
Investmentgesellschaft 3i bei Deutschlands größtem Billigbuchverlag Zanolli
in der Insolvenz endete
23.06.2005 WirtschaftsWoche Nr. 26 mario.brueck@wiwo.de -- Noch Ende März
wies die vorläufige Bilanz des führenden deutschen Billigbuchhändlers
Zanolli einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von fast fünf Millionen Euro
aus. Danach ging alles ganz schnell. Korrekturen und Wertberichtigungen in
Höhe von mehr als zehn Millionen Euro führten schnurstracks in die
Insolvenz.
Eine Pleite, wie sie in Deutschland mittlerweile zum wirtschaftlichen Alltag
gehört? Sicher nicht. Denn bei Zanolli war erst vor wenigen Monaten ein
Konsortium namhafter Kapitalgeber eingestiegen. Zuvor hatten renommierte
Wirtschaftsprüfer die Bilanzen unter die Lupe genommen. Die Investoren
sandten einen Finanzexperten in den Beirat des Familienunternehmens.
Ungereimtheiten fielen jedoch niemandem auf.
Dabei war der Zanolli-Verlag, der neben dem Großhandel mit Restbeständen
seit 2001 unter dem Namen Karl Müller Verlag auch selbst Bücher
herausbringt, schon Ende 2004 offenbar in finanziellen Schwierigkeiten
(WirtschaftsWoche 9/2005). Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2004
kursierten Gerüchte, Zanolli stünde vor der Zahlungsunfähigkeit. Sie
verstummten, als Ende Dezember die Investmentgesellschaft 3i einstieg.
Finanzierung und Wachstum schienen gesichert. Das Unternehmen Zanolli mit
knapp 50 Millionen Euro Umsatz und einem Absatz von rund 34 Millionen
Büchern wollte nach einem Jahr der Konsolidierung wieder angreifen. Der
Verkauf von 100 Millionen Büchern bis 2006 wurde angepeilt, selbst ein
Börsengang galt als Option. Rund 20 Millionen Euro umfasste das Ende 2004
geschnürte Finanzierungspaket.
Fünf Millionen Euro steuerte 3i selbst bei, aus den Reihen der Sparkasse
KölnBonn und der Dresdner Bank flossen gut drei Millionen Euro. Und der
Frankfurter Kreditversicherer BAG Factoring Media kaufte sich für zwölf
Millionen in bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten des Verlages ein.
Zuvor hatte das Konsortium unter anderem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
BDO in die Zanolli-Zentrale nach Köln geschickt. Die Experten analysierten
das Unternehmen, kassierten eine hohe sechsstellige Summe und gaben grünes
Licht. Ein Finanzexperte im Beirat sollte ein Controllingsystem aufbauen und
monatliche Berichte liefern. Doch nichts passierte. Vier Monate später
wurden die 3i-Manager misstrauisch. Diesmal schickten sie den
Unternehmensberater Marcus Linnepe zu Zanolli. Dem fiel schnell auf: Die
Forderungen übertrafen den Umsatz in unüblich hohem Maß. Zudem wurden die
Logistikkosten durch eigene Mitarbeitern und geleasten Fuhrpark aufgebläht,
statt wie in der Branche üblich, externe Dienstleister einzuschalten.
Wertberichtigungen wurden notwendig. Trotz intensiver Bemühungen war nichts
mehr zu retten. 3i bedauere die Insolvenz, sie sei aber nicht zu vermeiden
gewesen, teilt das Unternehmen mit.
"Es ist unfassbar, dass nach einer Unternehmensanalyse in so kurzer Zeit ein
so hoher Wertberichtigungsbedarf besteht", sagt der zuständige Kölner
Insolvenzverwalter Jörg Nerlich. "Da werden sich einige 3i-Leute, Berater
und Prüfer unangenehme Fragen gefallen lassen müssen." BDO verweigerte eine
Stellungnahme.
Berater Linnepe nimmt seine Auftraggeber 3i in Schutz. "Als ich im April
2005 mit der Prüfung begann, war vieles offensichtlicher als Ende 2004",
sagt er.
Vielen verkauften Bücher standen keine Einnahmen gegenüber, bloß
Forderungen. Zanolli-Kunden hatten Bücher vertragsgemäß wieder
zurückgeschickt, natürlich ohne sie zu bezahlen - wodurch die Forderungen
hinfällig wurden. Ob die fehlerhafte Verbuchung nur Schlamperei oder eine
bewusste Manipulation war, ist derzeit noch offen.
Für einen Mitarbeiter ist die Antwort klar. Er beschuldigt in einer anonymen
E-Mail Ex-Geschäftsführer Guido Zanolli des Kreditbetrugs und der
Insolvenzverschleppung. "Guido Zanolli unterstützt uns und ist bemüht alle
Fragen zu beantworten. Ob er bewusst manipuliert hat, wird die
Staatsanwaltschaft prüfen, die sich automatisch mit allen Insolvenzen
befasst", sagt Insolvenzverwalter Nerlich. Zanolli war für eine
Stellungnahme nicht zu erreichen.
Die Dummen sind die Mitarbeiter. Mittlerweile wurden 70 der 230
Zanolli-Beschäftigten entlassen. Für die verbliebene Belegschaft besteht
jedoch Hoffnung. Löhne und Gehälter für den Monat Mai wurden bezahlt. "Die
Zahlungen für Juni und Juli sind ebenfalls gesichert", sagt Nerlich.
Er und Berater Linnepe entwickelten innerhalb einer Woche ein
Sanierungskonzept, das von den Gläubigern akzeptiert wurde. Danach soll noch
in dieser Woche eine Auffanggesellschaft die Kernbereiche von Zanolli
fortführen. Den Namen der Eigentümer will Nerlich noch nicht nennen. Nur
soviel: Es handele sich um institutionelle Investoren. "3i ist es jedenfalls
nicht", sagt der Insolvenzverwalter. Die Private-Equity-Gesellschaft will
das peinliche Kapitel so schnell wie möglich abschließen.
Peinliches Kapitel - Warum das Engagement der britischen
Investmentgesellschaft 3i bei Deutschlands größtem Billigbuchverlag Zanolli
in der Insolvenz endete
23.06.2005 WirtschaftsWoche Nr. 26 mario.brueck@wiwo.de -- Noch Ende März
wies die vorläufige Bilanz des führenden deutschen Billigbuchhändlers
Zanolli einen Gewinn vor Steuern und Zinsen von fast fünf Millionen Euro
aus. Danach ging alles ganz schnell. Korrekturen und Wertberichtigungen in
Höhe von mehr als zehn Millionen Euro führten schnurstracks in die
Insolvenz.
Eine Pleite, wie sie in Deutschland mittlerweile zum wirtschaftlichen Alltag
gehört? Sicher nicht. Denn bei Zanolli war erst vor wenigen Monaten ein
Konsortium namhafter Kapitalgeber eingestiegen. Zuvor hatten renommierte
Wirtschaftsprüfer die Bilanzen unter die Lupe genommen. Die Investoren
sandten einen Finanzexperten in den Beirat des Familienunternehmens.
Ungereimtheiten fielen jedoch niemandem auf.
Dabei war der Zanolli-Verlag, der neben dem Großhandel mit Restbeständen
seit 2001 unter dem Namen Karl Müller Verlag auch selbst Bücher
herausbringt, schon Ende 2004 offenbar in finanziellen Schwierigkeiten
(WirtschaftsWoche 9/2005). Auf der Frankfurter Buchmesse im Oktober 2004
kursierten Gerüchte, Zanolli stünde vor der Zahlungsunfähigkeit. Sie
verstummten, als Ende Dezember die Investmentgesellschaft 3i einstieg.
Finanzierung und Wachstum schienen gesichert. Das Unternehmen Zanolli mit
knapp 50 Millionen Euro Umsatz und einem Absatz von rund 34 Millionen
Büchern wollte nach einem Jahr der Konsolidierung wieder angreifen. Der
Verkauf von 100 Millionen Büchern bis 2006 wurde angepeilt, selbst ein
Börsengang galt als Option. Rund 20 Millionen Euro umfasste das Ende 2004
geschnürte Finanzierungspaket.
Fünf Millionen Euro steuerte 3i selbst bei, aus den Reihen der Sparkasse
KölnBonn und der Dresdner Bank flossen gut drei Millionen Euro. Und der
Frankfurter Kreditversicherer BAG Factoring Media kaufte sich für zwölf
Millionen in bestehende Forderungen und Verbindlichkeiten des Verlages ein.
Zuvor hatte das Konsortium unter anderem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
BDO in die Zanolli-Zentrale nach Köln geschickt. Die Experten analysierten
das Unternehmen, kassierten eine hohe sechsstellige Summe und gaben grünes
Licht. Ein Finanzexperte im Beirat sollte ein Controllingsystem aufbauen und
monatliche Berichte liefern. Doch nichts passierte. Vier Monate später
wurden die 3i-Manager misstrauisch. Diesmal schickten sie den
Unternehmensberater Marcus Linnepe zu Zanolli. Dem fiel schnell auf: Die
Forderungen übertrafen den Umsatz in unüblich hohem Maß. Zudem wurden die
Logistikkosten durch eigene Mitarbeitern und geleasten Fuhrpark aufgebläht,
statt wie in der Branche üblich, externe Dienstleister einzuschalten.
Wertberichtigungen wurden notwendig. Trotz intensiver Bemühungen war nichts
mehr zu retten. 3i bedauere die Insolvenz, sie sei aber nicht zu vermeiden
gewesen, teilt das Unternehmen mit.
"Es ist unfassbar, dass nach einer Unternehmensanalyse in so kurzer Zeit ein
so hoher Wertberichtigungsbedarf besteht", sagt der zuständige Kölner
Insolvenzverwalter Jörg Nerlich. "Da werden sich einige 3i-Leute, Berater
und Prüfer unangenehme Fragen gefallen lassen müssen." BDO verweigerte eine
Stellungnahme.
Berater Linnepe nimmt seine Auftraggeber 3i in Schutz. "Als ich im April
2005 mit der Prüfung begann, war vieles offensichtlicher als Ende 2004",
sagt er.
Vielen verkauften Bücher standen keine Einnahmen gegenüber, bloß
Forderungen. Zanolli-Kunden hatten Bücher vertragsgemäß wieder
zurückgeschickt, natürlich ohne sie zu bezahlen - wodurch die Forderungen
hinfällig wurden. Ob die fehlerhafte Verbuchung nur Schlamperei oder eine
bewusste Manipulation war, ist derzeit noch offen.
Für einen Mitarbeiter ist die Antwort klar. Er beschuldigt in einer anonymen
E-Mail Ex-Geschäftsführer Guido Zanolli des Kreditbetrugs und der
Insolvenzverschleppung. "Guido Zanolli unterstützt uns und ist bemüht alle
Fragen zu beantworten. Ob er bewusst manipuliert hat, wird die
Staatsanwaltschaft prüfen, die sich automatisch mit allen Insolvenzen
befasst", sagt Insolvenzverwalter Nerlich. Zanolli war für eine
Stellungnahme nicht zu erreichen.
Die Dummen sind die Mitarbeiter. Mittlerweile wurden 70 der 230
Zanolli-Beschäftigten entlassen. Für die verbliebene Belegschaft besteht
jedoch Hoffnung. Löhne und Gehälter für den Monat Mai wurden bezahlt. "Die
Zahlungen für Juni und Juli sind ebenfalls gesichert", sagt Nerlich.
Er und Berater Linnepe entwickelten innerhalb einer Woche ein
Sanierungskonzept, das von den Gläubigern akzeptiert wurde. Danach soll noch
in dieser Woche eine Auffanggesellschaft die Kernbereiche von Zanolli
fortführen. Den Namen der Eigentümer will Nerlich noch nicht nennen. Nur
soviel: Es handele sich um institutionelle Investoren. "3i ist es jedenfalls
nicht", sagt der Insolvenzverwalter. Die Private-Equity-Gesellschaft will
das peinliche Kapitel so schnell wie möglich abschließen.
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lanu,
Freitag, 24. Juni 2005, 12:38
danke
:-)
gleich kommt die wiwo und verklagt mich wegen des copyrights ;-)
http://www.firmenwissen.de/psfiwi/fn/page/sfn/fiwi/PID/719/AN/WWJA_0000204125/DB/WWJA/SH/0/
gleich kommt die wiwo und verklagt mich wegen des copyrights ;-)
http://www.firmenwissen.de/psfiwi/fn/page/sfn/fiwi/PID/719/AN/WWJA_0000204125/DB/WWJA/SH/0/
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lanu,
Montag, 27. Juni 2005, 17:22
ok, 3i und Weltbild sind es nicht.
wer bietet denn da mit? klärt mich noch einer auf oder darf keiner mehr was sagen?
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schalmeii,
Montag, 27. Juni 2005, 18:39
hmmm...
richtig, die beiden nicht.
Die WiWo spricht von institutionellen Investoren.
Gespannt wird allerdings beoachtet, wie der Ewige Zweite versucht, jetzt Erster zu werden.....
Die WiWo spricht von institutionellen Investoren.
Gespannt wird allerdings beoachtet, wie der Ewige Zweite versucht, jetzt Erster zu werden.....
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verlagskrieger,
Montag, 27. Juni 2005, 18:50
mitmach hmmm....
@schalmei: wirklich? ich dachte der Ewige Zweite hätte es mittlerweile aufgegeben...
Also: die 3i hat tatsächlich anfangs mitgeboten (letzte Woche) ist aber ziemlich schnell weg gewesen. Der Insolvenzverwalter Nerlich hat wohl in der Zwischenzeit eine "Auffanggesellschaft" gegründet. Fraglich ist natürlich was er auffangen möchte *g* Ich habe übrigens noch nie einen armen Rechtsanwalt gesehen....
Im Übrigen würd ich ja wirklich gerne wissen *g* wer den unsere liebe schalmeii ist...die da auch etwas hg-wissen zu haben scheint... *wirklichneugierigguck* vielleicht kennen wir uns?....
Also: die 3i hat tatsächlich anfangs mitgeboten (letzte Woche) ist aber ziemlich schnell weg gewesen. Der Insolvenzverwalter Nerlich hat wohl in der Zwischenzeit eine "Auffanggesellschaft" gegründet. Fraglich ist natürlich was er auffangen möchte *g* Ich habe übrigens noch nie einen armen Rechtsanwalt gesehen....
Im Übrigen würd ich ja wirklich gerne wissen *g* wer den unsere liebe schalmeii ist...die da auch etwas hg-wissen zu haben scheint... *wirklichneugierigguck* vielleicht kennen wir uns?....
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lanu,
Montag, 27. Juni 2005, 20:16
eh, nicht turteln! ;-)
kann mal bitte stattdessen jemand sagen, dass ich mit 3i gar nicht soooo weit weg war. :-)
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verlagskrieger,
Dienstag, 28. Juni 2005, 06:13
eh, nicht eifersüchtig sein *g*
ja, ja lanu, Du lagst schon goldrichtig mit der 3i. Was mich noch überrascht ist das nachhaltige Wissen der WiWo. Die sind wesentlich besser informiert gewesen, wie z.B. das Börsenblatt oder Buchmarkt. Oder gab es wieder "undichte Stellen" *fg*
Im übrigen soll wohl das Mai Gehalt nachgezahlt werden. Jedoch mit "gewissen" Anpassungen.... Das dass Juni Gehalt nicht bzw. garnicht pünktlich kommt, wird jetzt schon eingeräumt....
Weiss eigentlich jemand, wieviele Mitarbeiter eigentlich noch da arbeiten? Also lt. meinen Recherchen dürften es mittlerweile weit unter 100 sein.
Im übrigen soll wohl das Mai Gehalt nachgezahlt werden. Jedoch mit "gewissen" Anpassungen.... Das dass Juni Gehalt nicht bzw. garnicht pünktlich kommt, wird jetzt schon eingeräumt....
Weiss eigentlich jemand, wieviele Mitarbeiter eigentlich noch da arbeiten? Also lt. meinen Recherchen dürften es mittlerweile weit unter 100 sein.
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lanu,
Dienstag, 28. Juni 2005, 09:09
im falle der insolvenz
zahlt doch das amt eh alle gelder die noch ausstehen. und zwar die vollen gehälter. allerdings nur für drei monate.
wer sich jetzt auf "anpassungen" einlässt, wird sich später wundern, wenn dies die bemessungsgrundlage für alles andere wird.
wer sich jetzt auf "anpassungen" einlässt, wird sich später wundern, wenn dies die bemessungsgrundlage für alles andere wird.
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verlagskrieger,
Dienstag, 28. Juni 2005, 21:31
Aber wann kommt das I-Geld...
Das ist doch hier die grosse Frage. Für diejenigen, die vorher gekündigt wurden bzw. haben, gibt es das Insolvenzgeld leider erst nach Abschluss des Gutachtens und das kann sich ziehen. In der Zeit hat man dann gut 3-4 Monate aus der eigenen Tasche gelebt (wenn man vorgebaut hat) oder auch nicht...(Brücke lass grüssen). Die Einzige Möglichkeit besteht erstmal wohl in ARGE II aber ich glaub das ist nicht wirklich viel.....
Oder man kriegt einen Arbeitslosengeld-Vorschuss. Der jedoch erst dann erfolgen kann, wenn die Arbeitsbescheinigung von Zanolli vorliegt.....was bis dato wohl auch noch nicht passiert ist. Ergo kein Geld...
Oder man kriegt einen Arbeitslosengeld-Vorschuss. Der jedoch erst dann erfolgen kann, wenn die Arbeitsbescheinigung von Zanolli vorliegt.....was bis dato wohl auch noch nicht passiert ist. Ergo kein Geld...
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lanu,
Dienstag, 28. Juni 2005, 21:38
nee
wenn der antrag gestellt ist, kann man zum amt. das insolvenzgeld kommt aus ganz anderen töpfen. mit nem anwalt und ein paar kollegen findet sich vielleicht sogar eine bank, die die kohle übernimmt.
niemand muss wie ein kaninchen darauf warten, dass etwas passiert. und niemand sollte hoffen, dass alles wieder gut wird und womöglich fleissig weiter schuften, weil es ja immer die anderen erwischt.
niemand muss wie ein kaninchen darauf warten, dass etwas passiert. und niemand sollte hoffen, dass alles wieder gut wird und womöglich fleissig weiter schuften, weil es ja immer die anderen erwischt.
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lanu,
Dienstag, 28. Juni 2005, 21:43
wenn vorher gekündigt wurde,
ist es womöglich schwieriger. das kann sein. hab ich keine ahnung. auf jeden fall sollte man keine zeit verlieren.
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verlagskrieger,
Donnerstag, 30. Juni 2005, 16:36
rrrischtisch...
genau das ist der Fall. Bei Kündigung wird das Geld nicht über den Insolvenzverwalter sondern vom Arbeitsamt geregelt. (Die holen sich das dann beim I-Verwalter wieder)...
Ich glaub, ich hab unsere liebe schalmeii vertrieben...wie schade!
Ich glaub, ich hab unsere liebe schalmeii vertrieben...wie schade!
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lanu,
Donnerstag, 30. Juni 2005, 16:51
wenn es eh auf das ende hinausläuft,
kann man seine arbeitskraft auch gleich dem arbeitgeber "vorenthalten". man steht praktisch dem arbeitsamt zur verfügung, meldet sich dort und muss nicht warten und an alle ersparnisse gehen.
zu schalmeii: du hast zu sehr gebaggert. ;-)
dieser beitrag ist der meistgelesene hier und ich weiss aus erfahrung, dass diese öffentlichkeit nicht für jeden gut ist.
zu schalmeii: du hast zu sehr gebaggert. ;-)
dieser beitrag ist der meistgelesene hier und ich weiss aus erfahrung, dass diese öffentlichkeit nicht für jeden gut ist.
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lanu,
Donnerstag, 30. Juni 2005, 16:54
PS:
und wenn man schon den "verlagskrieger" googelt, werd ich dich wohl hier auch nicht mehr lange sehen
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lanu,
Donnerstag, 30. Juni 2005, 16:58
PS2:
ich weiss immer noch nicht, wer sich um die reste prügelt. :-)
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verlagskrieger,
Freitag, 1. Juli 2005, 02:56
*überraschtschau*
Wirklich? Ist dieser Beitrag so Interessant? wieviele klicks haben wir hier denn schon ergattert wenn ich mal so dreist fragen darf? Und das ich bereits gegoogelt werde seh ich auch grad erst und bin schon einwenig erötet *g*. Zuviel der Ehr... Aber warum sollte ich deshalb hier fernbleiben? Meine Identität ist schlieslich nicht bekannt, die IP gespooft und die mailadresse ist eine instant-mail die nicht zurückverfolgt werden kann.
Tja...die Reste...erstaunlicherweise ist zurzeit wirklich nix aber auch garnix zu vernehmen....das liegt natürlich einerseits auch daran, das die meisten Leute in Urlaub gegangen sind...
Aber nochwas aus dem Nähkästchen: Der Verlagsleiter Karl Müller is wech, der Vertreter Bayern is wech und die Vertreterin aus dem Norden hat sich aufs sichere Ufer ohne Zanolli begeben. Viel Glück und alles Gute!!!!
Tja...die Reste...erstaunlicherweise ist zurzeit wirklich nix aber auch garnix zu vernehmen....das liegt natürlich einerseits auch daran, das die meisten Leute in Urlaub gegangen sind...
Aber nochwas aus dem Nähkästchen: Der Verlagsleiter Karl Müller is wech, der Vertreter Bayern is wech und die Vertreterin aus dem Norden hat sich aufs sichere Ufer ohne Zanolli begeben. Viel Glück und alles Gute!!!!
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lanu,
Freitag, 1. Juli 2005, 08:54
oh,
ein profi. ;-)
um die 900 mal in 10 tagen. für meine kleine seite schon ganz gut. scheint aber auch daran zu liegen, dass es nicht wirklich viel zu dem thema im netz gibt.
um die 900 mal in 10 tagen. für meine kleine seite schon ganz gut. scheint aber auch daran zu liegen, dass es nicht wirklich viel zu dem thema im netz gibt.
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