Freitag, 2. Juni 2006

lanu

Märtyrer sind doof
Natürlich kann ich schreiben, dass ich es schlimm finde, was der Steinhöfel vom Mediamarkt da mit Rainer macht. Dass der Laden überteuert ist und dass man sein Geld lieber woanders hintragen sollte, kann ich auch erzählen.

Ich werde aber nicht dazu auffordern, dass jeder Blogger sich an diesem Thema ebenfalls die Finger verbrennen soll. Das märtyrerproduzierende Gerede von Meinungsfreiheit, Glosse und China ist falsch. All die, die keinen Anwalt in der Familie haben und die keine ausgebufften Journalistenschlitzohren mit Fronterfahrung sind, sollten sich genau überlegen, was sie tun.

Niemand sollte mit aufgerissenem Hemd dem Gegner in die Arme laufen. Dieses Land wird nun mal in Sachen Meinungsfreiheit von anzugtragenden Pitbulls regiert, die dann zubeissen, wenn man sie zubeissen lässt.

Wenn die "üble Nachrede", "Beleidigung" und all die Sachen nur riechen, verfallen sie in einem Blutrausch. Das muss man wissen und damit umgehen können.

Auch der beste Boxer stellt sich nicht in den Ring und lässt sich ohne Meidbewegugen die Fresse polieren. Da kann er noch so fest daran glauben, der Größte zu sein.
Lasst euch nicht auf ein Schlachtfeld treiben, das ihr nicht kennt. Nur ein schreibender Blogger ist ein guter Blogger.

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Die Spielregeln arbeiten für Goliath
So ist es lanu!

Zum Waffengang:

Im direkten Schlagabtausch ist David vor Gericht immer der Unterlegene, denn die Wahl der Waffen, den Anlaß und den Ort des Waffenganges bestimmt Goliath. Mit anderen Worten, es interessiert deutsche Richter herzlich wenig, ob der Abgemahnte moralisch im Recht ist oder nicht. Es geht stur nur um die puren abmahnwürdigen Äußerungen. Sollte David die erste Runde gewinnen, nun dann gehts in die zweite Berufungsrunde, solange bis ein Richter zustimmt, oder der David finanziell verblutet.

Zur Schmähkritik:

Macht ja Spaß die Sau in den eigenen Formulierungen rauszulassen, aber hat halt Folgen für Leute mit Impressum. Wer will, kann Sachverhalte und Forderungen so formulieren, das alles klar aber unangreifbar formuliert ist. Das erfordert aber auch Leser die lesewillig sind und geübt darin, zwischen den Zeilen zu lesen. Das könnte die wirklich große Herausforderung sein: Leser zu finden, die auch mitlesen und verstehen können heutzutage.

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ich sehe jeden tag leute ins messer laufen. und oft mit einem erschreckend grossen maß an unwissenheit.


ich rede nicht davon, das maul zu halten. es ist nur unverantwortlich, die leute als kanonenfutter zu verheizen.

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Na ja, ich bin da nicht unwissend ins Messer gelaufen. Zeil der Übung ist es, das Thema (Massenmärkte treiben Konsumenten in die Schulden) immer mal wieder nach vorne zu holen. Hatte nur nicht gedacht, dass die 5 Monate brauchen, die Sache zu entdecken - bin halt kein A-Blogger...
Nein, ich fühle mich überhaupt nicht als Märtyrer und sehe mich nicht in einer Reihe mit Bloggern aus China, die - u.a. wegen der von Google und Yahoo unterstützen Zensur - in den Knast gehen. Im Gegenteil: Ich hab Spaß und bin juristisch bestens ausgerüstet.

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mir ging es nicht um dich.

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Okay.

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"Die Frage, ob man jemanden, der sich selbst öffentlich als Arschloch bezeichnet hat, ebenfalls öffentlich ein Arschloch nennen darf, die finde ich spannend. Das sollte öffentlich diskutiert werden."

oh mann, genau darum geht es. jeder kann sagen, dass der sich als arschloch bezeichnet.

doch jeder, den du als arschloch bezeichnest, kann dagegen vorgehen. muss er nicht, kann er aber. und wird er auch, wenn ihm der rest nicht passt.

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Hat sich der "jemand" wirklich selber als "A*******h" öffentlich bezeichnet? Oder ist es vielmehr meine persönliche Interpretation eines subjektiv empfundenen Geschehens? Es ist nur dann eine Tatsachenbehauptung, wenn ich es belegbar zitieren kann. Kann ich das nicht, ist es meine Behauptung, die ich nötigenfalls vor Gericht vertreten und bezahlen muß. Dann geh der Spaß noch weiter. Wer nur einen Link setzt auf eine "A*******h" Behauptung kann auch wiederum haftbar gemacht werden.

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ja
das hat "jemand" öffentlich getan. aus diesem grund kann man es auch zitieren.

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Und das wichtigste an der Sache: Der Mann ist völlig unwichtig. Es giubt keinen Grund, sich da irgendwie die Finger schmutzig zu machen.

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unwichtig und gefährlich

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Man kann solche Leute sehr erfolgreich treffen - wenn man einen Presseausweis und einen sehr guten, auf Medienrecht spezialisierten Anwalt hat und eine gewisse Routine in diesen Dingen. Das ist ein Spiel für Profis.

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"Das ist ein Spiel für Profis"
entschuldige che, das halte ich für arrogantes gerede. die welt besteht nicht nur aus "profis". und eben diese nichtprofis glauben, es ähnlich locker über die bühne kriegen zu können wie die, die es für ein spiel halten.

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