Donnerstag, 2. November 2006

lanu

Mein Mama hat mich vor solchen Jungs immer gewarnt


Mama, das ist mein Job.

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iiih

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sag ich doch
irgendjemand muss sich doch aber darum kümmern. :-)

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Ist das das berühmte "gruscheln"? Gehört das Filmen dazu? Gruschelt immer ein Mann mit 2 Frauen? Ist gruscheln überhaupt in öffentlichen Verkehrsmitteln erlaubt? Warum hat kein Fahrgast die Courage, dem Gruscheler mal klar zu machen, dass er im web2.0 bei StudiVZ besser gruscheln kann?

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Gruscheln kennen die nicht und zu dem was der Artur in der Frankfurter Bahn erlebt hat, ist das hier ne dumme Anmache, eines kleinen pubertären Jungens.

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... wenn es das wäre. Aber der Knabe ist schon ein paar Jahre volljährig, hat an keiner schlechten Uni studiert und meint, auf dem Weg zum Internet-Millionär zu sein. Ein Vorzeige-Jung-Unternehmer.

Das ist nicht gruschelig, das ist gruselig.

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das sind die dinge, die mir am internet manchmal heftig angst machen. da tauchen irgendwann mal bilder auf, die man nicht wirklich da haben will.

vielleicht bin ich auch einfach nur zu alt für diese art sendungsbewustsein.

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Von dem Mann, der das Zeug ins Netz gestellt hat, gibt es eine vierstellige Anzahl Fotos bei Flickr. Wer da drin herumblättert, weiß enorm viel über den Mann. Was er so in der Freizeit macht und im Beruf, auf welche Partys er geht, wie die Büros seiner Freunde aussehen, mit welchen Leuten er am See rumhängt. Da ist es dann nur konsequent, dass das U-Bahn-Belästigungsvideo mit seinem Kumpel auch im Netz steht - das war ja noch nicht einmal böse gemeint.

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die lösung?
keine freunde oder andere

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andere.

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und wenn die dann ne kamera geschenkt bekommen und ihre leidenschaft für flickr und youtube entdecken? man ist doch vor diesem web 2.0 zeug nicht mehr sicher.

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Dann lieber keine Freunde.

Wie war das: Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Wobei die Frage ist, was schlimmer ist. Dass ein "Freund" das ins Internet stellt, oder dass man gemeinsam in dieser plumpen unerbetenen Art Mädchen anbaggert. Das können selbst die Jugendlichen hier auf dem Dorf eleganter

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beides ist ziemlich arm. ich finde diesen publikationsdrang allerdings folgenreicher.

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Man muss dann eben immer und überall damit rechnen, für sein Handeln später einmal zur Rechenschaft gezogen zu werden, und sich entsprechend diszipliniert verhalten. So wie früher einmal, als die Leute noch an Gott geglaubt haben. Die Ajatollahs wird's freuen. Web 2.0 als Religionsersatz.

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dann soll ich beten, dass meine freunde nicht vom rechten weg abkommen?

das wäre mir zu anstrengend

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Eine neue Form der sozialen Kontrolle. Das web2.0 als Dorf. Und google & Co als Tratschtanten, die jeden Fehltrittt sofort öffentlich machen.

Dann bleib ich lieber in meinem realen Dorf.

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Der Kategorische Imperativ des Web-2.0-Zeitalters: Handle so, als ob die Bilder deines Handelns durch deinen Willen zum allgemein zugänglichen You-Tube-Video werden sollten.

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ich lass mir vom web 2.0 kram doch nicht mein handeln bestimmen. wo kommen wir denn da hin?

oder sind wir schon da?

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Der Zug ist auf dem Weg.

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das klingt wie ne drohung
dann hab ich nur die wahl zwischen verstecken auf dem klo oder dem blick auf das unglück aus dem hubschrauber.

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Aber nur das eigene Klo. Brennpunkte wie öffentliche Toiletten werden demnächst wohl auch video-überwacht.

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guter hinweis
womöglich steht auch einer vor der tür mit gezückter kamera

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Selbst beim Heiraten muss man inzwischen aufpassen.

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es hat uns im griff und wir haben den angriff der bildermacher nicht mal bemerkt.

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das video ist weg
web 2.0 hat sein kind gefressen. gut so.

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warnhinweis
So nicht. (Wo ist die Sittenpolizei, wenn man sie mal braucht.)

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Laut Angaben eines Polizisten, der gegenüber der Zeitung vom Verhör berichtete, zählt der Jugendliche nicht zu den "hellsten Köpfen".

Das gibt einen Hinweis darauf, wo in solchen Fällen der Kern des Problems liegen könnte.

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ein glück,
dass da jetzt soviel gelöscht wird

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auch das
wär web 2.0: ein staatsanwaltschafts-spider mit der automatischen video-auswertung. (robots.txt wird dann natürlich illegal.)

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so weit weg davon sind wir gar nicht
das wissen die verrückten nur nicht.

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"die" können
ja nichtmal eine vernünftige, lückenlose, automatische verkehrsüberwachung.
aber das mit dem staatsanwaltschafts-spider war auch nicht durchdacht. echt web 2.0 wär es, wenn man die youtube-user eine strafbestands-bewertung vornehmen liesse.
ich hab so tolle ideen, ich glaub ich bewerb mich mal mit einer projektmappe bei siemens.

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Feinheit und Subtilität
Was die Sinnlosigkeit der Löscherei angeht, und wer noch Fragen hat, der möge vielleicht mal bei Herrn Schäfers vorbeischauen,

Hier werden offenbar mit Stilmitteln der SATIRE und der PARODIE die Faschos und ihre Institutionen (Posten, Ministerien, Zeitungen) der Lächerlichkeit preis gegeben und so demaskiert. Eine mutige Art, die Dummheit solcher Ideologien/Leute offen zu legen. Wie so oft besteht leider auch das Risiko, dass manch flüchtiger Betrachter nicht die Täter, sondern fälschlichrweise die Opfer despektierlich behandelt sieht. Eine Gefahr, die in der Feinheit der Subtilität liegt. (E.D.)

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wenn die gelernt haben,
domainverantwortung richtig zuzuordnen, wird sich auch jemand finden, der von anderen dingen etwas versteht. ich rede ja nicht von lückenloser überwachung. fallweise reicht schon völlig aus.

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