Er sollte über Schleichwerbung und PR in Blogs sprechen. Dafür ist er hundertprozentig kompetent. Daraus ist aber eine polemische Hetze gegen die Medien geworden. In einem Ton, den man sich auch als JournalistikSTUDENT nicht bieten lassen muss.
Das sind übrigens die Punkte, warum ich den Don so schätze - er redet nicht nur, er *macht* auch. In diesem Fall kümmert er sich liebevoll um den Nachwuchs. Diejenigen, die jetzt rumheulen, werden die Journalisten sein, die unsere Kiddies mit Ihren Web 4.0-Spielzeugen auslachen werden - und die, die die Kritik annehmen, haben die Chance durchzustarten... :)
Und wir sind wie gesagt noch Studenten und keine hauptberuflichen Journalisten. Wenn wir jetzt schon der Meinung seien würden, unser angestrebter Beruf ist eigentlich ziemlich mies, wieso studieren wir das dann überhaupt??? Ein bisschen Idealismus und Träumerein müssen erlaubt sein, mit der Realität muss man sich noch früh genug auseinandersetzen!
("Seien würden ... , ... ist ..." ist noch nicht ganz der Konjunktiv, zu dessen verstärktem Gebrauch Don geraten hat.)
Wenn ich diese ganzen Studis da lese - besonders angetan hat es mir Furie franzzi, dann weiß ich, der Don war sehr zurückhaltend, ich wäre böser geworden... :D
# Annika Says:
Juni 20th, 2007 at 2:01 nachmittags
Das sage ich euch auch gerne ins Gesicht, denn du weißt, dass ich die Letzte bin, die dazu zu feige ist. Wenn ihr euch über solche Dinge so dermaßen die süßen Köpfchen zerbrecht, sieht man, dass ihr zu viel Zeit habt…
@florian: Ach menno. Da mach ich einmal einen Scherz, und dann kapiert ihn wieder keiner.
@tobra: Definitiv: Viel schlimmer als seine Äußerungen finde ich aber, was sich seit Montag unter den Seminarteilnehmern, die gleichzeitig auch Freunde sind ereignet hat. Ich möchte hier keine Namen nennen, da die betroffenen es eh alle wissen.
Ach ja, die unschuldigen Spiele der Jugend. Wenn ein Studium nicht dazu da ist, einem die Illusionen über den Job zu nehmen, was dann? Ok, vielleicht nicht bei Sozialpädagogen. Bei Journalisten hätte ich das jedoch erwartet.
PS: Ich nehm 'ne große Tüte mit geschmolzener Butter.
Ich war ja nun nicht dabei... daß (eigene)Vergangenheitsbewältigung bei Journalisten nicht so hoch im Kurs steht, ist ja nix Neues.
Natürlich ist es hanebüchen, wenn zukunftige investigative(?) Journalisten sich über Polemik aufregen und darüber, daß In.den.Räumen.der.Uni "Solches" gesagt werde durfte... in der Tat haben (ost-)deutsche Journalisten in den letzten 60 Jahren nicht gerade kritische Bäume ausgerissen. :(
jetzt aber mal Klartext, Freunde: ich war absolut zivil. Das damals in Karlsruhe, als wir den Neuberger eingesargt haben und den Apparatschiks vom Leggewie heimgeleuchtet haben, das war hart, da kam auch sowas wie gegenwehr, die mussten wir erst mal ach was erzähle ich da.
Im Ernst: ich habe mir einen Moment überlegt, ob ich nicht bei Schleichwerbung bleiben sollte. Und Franzzi bei der gelegenheit auseinandernehme, und zwar gründlichst. Es ist schon ziemlich dreist, in meiner gegenwart Abgeschriebenes aus der Blogbar vorzulesen, ohne die geringste Ahnung vom Thema zu haben. Horst Schlämmer hatte von Anfang an ein Impressum, in dem die Agentur aufgeführt war, da gab es absolut keinen Zweifel: Das hatte mit Schleichwerbung absolut nichts zu tun. Den ganzen Komplex zum Thema Trigami hat sie nicht mal ansatzweise erfasst, sie kennt weder die Problematik noch die Einordnung der bezahlten Beiträge, die ebenfalls keine Schleichwerbung sijnd, sondern in Deutschland ganz eindeutig kommerzielle PR-Dienstleistungen, deren Probleme im Steuerrecht zu suchen sind. Dass pokerstrategy selbst spamt, ist auch keine Schleichwerbung, sondern Spam. Ironischerweise haben sie aber auch Fakeblogs, die fraglos Schleichwerbung betreiben, aber das wiederum hat sie offensichtlich nicht gelesen.
Ich hätte mich also durchaus eine Stunde hinstellen können und peu a peu das Ding zerlegen, und nachträglich tut es mir fast leid, dass ich es nicht getan habe. Aber Franzzi scheint zusammen mit ihren Freundinnen partout den Stress zu lieben, stellen es online -
ich werde das nicht verlinken, ich schreibe dazu nichts weiter, jetzt ist es eh zu spät, schaut, wie ihr hier draussen klarkommt.
Ob zivil oder nicht, wir amüsieren uns über und betrauern gleichzeitig die Studenten, die aufgrund eines Diskurses die große Kriese bekommen und die Sinnfrage stellen. Ein Streitgespräch, ein deutliches Wort in einer Uni darf nicht sein? Noch dazu bei zukünftigen Journalisten. Was ist denn das für ein beschissenes Studentenmaterial heute?
Merke, bei Journalistikstudenten nur mit Wattebäuschchen werfen sonst gehen die sofort kaputt.
schreibtischlampe,
Donnerstag, 21. Juni 2007, 11:09
autsch!
@prospero: also den DA in eine Reihe mit BILD und SUN zu stellen, wird ihm nicht gerecht. klar, alle drei geniessen es, menschen an den pranger zu stellen. aber wer andere mit dreck bewirft, sollte nicht selbst bis oberkante unterlippe in der sch*** stecken. Darum gehe ich mit allem, was der don in der uni sagte d´accord
Ich habe da auch mal studiert und auf die Ausbildung lass ich nix kommen. Die DDR-Wurzeln des Instituts haben sich in Leipzig aber weder personell noch inhaltlich fortgesetzt.
Ich finde es auch gut, dass sich die Journalistik-Studis in Seminaren mit der Blogosphäre auseinandersetzen. Keine Ahnung von Blogs und ihren Mechanismen zu haben, wird den Journalisten schließlich häufig vorgeworfen.
Für die Seminarteilnehmer sollte aber wie für Blogs gelten: Das eigene Blog steht für die eigene Meinung - und weder stellvertretend für die ganzen Journalistikstudenten (soweit ich weiß handelt es sich auch um ein Seminar fürs Grundstudium) noch für die Uni. Und wie in anderen Blogs auch, werden oft eher die wahrgenommen, die sich aufregen und am lautesten schreien. Mit längerem Kontakt zur Wirklichkeit werden die Journalistiker entspannter und abgeklärter, was ihre Profession angeht.
Aber bitte die DDR-Keule im Schrank lassen. Die Leute, die in den zitierten Studi-Blogs aktuell schreiben, waren beim Mauerfall wahrscheinlich noch nicht mal in der Schule.
irgendwo müssen die ja alle herkommen. aufzuchtanstalten für weltfremde schreiberlinge sind meiner meinung nach systemübergreifend.
von anfang an schwingt dabei ein elitäres denken mit, das am ende zu dem journalismus führt, den wir da draussen sehen. und niemand kann genau sagen, wann das denken auf der strecke geblieben ist. vielleicht genau zu dem zeitpunkt, an dem man die watteverpackung für sich einklagen wollte.
@lanu: Das elitäre Denken ist bei uns durch die Realitäten "da draußen" deutlich zurückgegangen, soweit ich das sehe. Wenn es am Anfang noch mitschwingt, dann erledigt es sich im Laufe des Studiums. Und ich schätze, das ist auch an den Journalistenschulen so, wo beinahe komplette Jahrgänge sich nach dem Abschluss als Freie rumschlagen müssen, nachdem man und sie selbst ja gerne dachten, sie hätten den Job beim Spiegel schon sicher.
und was passiert dann? ich hab schon einige treffen dürfen, die bei einer regionalzeitung ihr geld verdienen und nur noch heimlich das denken probieren.
ist das ankommen in der realität und das damit anfinden dann journalistenschicksal?
@lanu "DDR-Keule" bezog sich auf das Reizwort "Rotes Kloster" aus einem Kommentar weiter oben und Comments anderswo (so was wie ein Uni-Internat, in dem die DDR-Journalistikstudenten sich gelegentlich fleißig selbst bespitzelten) Das Institut ist heute farbig eher undefinierbar (jedenfalls fällt mir die Farbe gerade nicht mehr ein)...
Als Elite hat sich aus meinem Abschlussjahrgang kaum einer gesehen.
@lanu: weil er alles durch seinen journalismus ändern und bessern wollte? dann ja. weil er seinen job anders und besser machen wollte? dann nein, dann geht idealismus, solange er nicht weltfremd ist, schon in ordnung.
hmm, ich hab mir sagen lassen, dass noch bespitzelt wurde, da war das gebäude an sich längst geschichte. nehmen wir mal das rotes kloster als synonym für weltfremden hühnerstall. und das gackern war gestern echt laut. den namen an sich wird man eh nicht mehr los.
als idealist journalist werden kann man ganz sicher. vielleicht muß man eines davon später sein lassen, wenn man das andere bleiben will. in den allermeisten fällen ist das wohl so.
aber oft genug geht es doch auch nicht um ein berufslebenslanges entweder-oder, sondern um ein manchmal-manchmal-nicht. und solange man in den manchmal-nicht-zeiten nur schlecht ist, aber kein schwein ...
nein, nicht opportunismus, ich meine eher sowas wie: vier dümmliche dokus drehen und eine großartige. oder: hundertfünfundneunzig teenieband-fanbücher verlegen und ein gutes buch über blogs.
Sicher, aber es ist besser, als zynisches Dreckschwein zu werden und zu nehmen, was man kriegen kann.
Das ist einer der Gründe, warum ich den Status eines freien Journalisten für erstrebenswerter halte als einen Redaktionsschreibtisch (edit: nicht das mit dem zyn. Dreckschwein, sondern das mit dem einfachereren manchmal-manchmal-nicht)
Ansonsten: Verrätst Du mir den Beruf, in dem man um solche Übel herumkommt?
Ich kieg ja immer feuchte Augen, wenn dein Angebot mit der Welt zu plaudern so schnöde von der Restmenschheit ignoriert wird und du dann so wunderschöne solipsistische Kommentarriffs raushaust. Vom Konsumentenstandpunkt her klar positiv.