Samstag, 15. Dezember 2007

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Alles Business Teil 12 (Update)
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Illu: Bulo von Clap

"Na, haben sie Angst? Geben sie sich keine Mühe", sagt er, als er die Tür zu meinem Büro schließt. "Sie kennen mein Gesicht nicht. Wir haben uns noch nie gesehen. Zwei Jahre haben sie sich einen Dreck um mich gekümmert."

Trotz seines Dauerlächelns wirkt er ziemlich wütend.

"Haben sie überhaupt eine Vorstellung davon, was man alles auf den Tisch kriegt? Dauernd geht das Telefon. Ich hab sogar schon angefangen, mich auf der Straße umzusehen. Das geht so nicht weiter. So schlecht scheint es ihnen in Deutschland ja nicht zu gehen. Für die Summen, die mir geboten wurden, hätte ich mir eine schicke Häuserzeile in der Vorstadt kaufen können."

Als ich protestieren will, winkt er wirsch ab.

"Das ist der Deal," sagt er und lächelt immer noch. "Entweder klären sie mit ihrer Regierung, dass man Seiten wie BooCompany auch in Deutschland betreiben kann oder sie erhöhen mein Gehalt um das Zehnfache."

"Ok, ist es immer noch das Konto bei der Bank of Hanoi?"

(Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Businessblogs, das es noch nicht gibt und von dessen Auftraggeber noch niemand etwas wissen muss. Nur Geld ist wichtig und Bloggen ist Punk!)

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Freitag, 14. Dezember 2007

business

Alles Business Teil 11
Stefan von Holtzbrinck war da. Das Meeting dauerte noch keine 10 Minuten, da habe ich ihn auf meinen offenen Brief und die noch offene Antwort angesprochen.

"Frau Lanu", sagt er irgendwie schleimig. "Ich freue mich, dass sie auf die richtige Seite gefunden habe." Dabei geht sein Blick anerkennend in die Richtung des Typen mit dem Riesenschreibtisch, der gerade nach seiner vierten Mettwurstbrötchenhälfte angelt.

"Ich war damals froh, dass alle auf studiVZ und der Aimaq Rapp Dingsda rumgehackt haben. Sie wissen doch, wie das ist, wenn es regnet, braucht jeder einen Schirm. Die Filme sind verschwunden und gut ist. Ich habe ihnen aber etwas mitgebracht. Als Entschuldigung sozusagen."

Ich muss mir Mühe geben, nicht zu angewidert dreinzuschauen.

"Anfang nächsten Jahres steck ich ihnen 2,7 Millionen Profile zu. Die können sie ordentlich bei Ihrem Launch verbraten. Zu irgendwas muss die Bande ja gut sein. Na, das ist doch was?"

Ich konnte es nicht verhindern. Ich hab ihm auf die Schuhe gekotzt.

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Donnerstag, 6. Dezember 2007

business

Alles Business Teil 10
Ich hab ihn zum ersten mal auf dem Weg zu Kantine gesehen. Er war mit dem Riesenschreibtischtyp unterwegs zurück in den Konfi 2. Hinter ihnen eine Horde dunkler Anzüge. Er redete ununterbrochen. Ich musste an die dicke Tomatensoße vom Vortag denken. Als die zu heiß wurde ploppte etwas hoch und machte ganz hässliche Flecken.

Er sonderte auch heiße Luft ab und manchmal würgte er ein Buzzword hoch. "Corporate Blogs" - Blubb...

Ich hab ihn heute zum letzten mal gesehen. Ich habe gerade Klaus Eck gefeuert.

PS: Bloggott Basic hat einen neuen Freund und will, dass ich dem auch einen Termin bei polylux mache. Ich muss mal die Bauerfeind anrufen, so geht das nicht weiter.

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Montag, 26. November 2007

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Alles Business Teil 9
Ich will dringend die Sache mit meinem Dienstwagen klären. Der Audi macht einfach keinen Spaß, Bloggott Basic hat keine Auto, mit dem muss ich immer U-Bahn fahren und die Angelegenheit mit dem 69er BMW 2002 ti hat bisher auch nicht geklappt.

Ich komme nicht bis zu dem Typ mit dem Riesenschreibtisch. Sein Vorzimmerlöwe erklärt mir, er sei drüben an der neuen Anlage und feile an seinen Abschlägen. Sie solle mir aber ausrichten, ich möge doch den Herrn Kabel anrufen.

"Welchen Herrn Kabel?"

Sie wühlt mit spitzen Fingern und nicht trockenen Nägeln genervt in ihren Unterlagen.

"Na, Peter Kabel." Ich habe kurz den Eindruck, als hätte sie mich angeblafft. "Der hat angerufen, weil er ein paar erstklassige Oldtimer vermitteln könne. Und der Chef meint, sie sollen mit ihm reden."

"Peter Kabel ist jetzt Autohändler?"

"Naja, fast. Klingt ein wenig nach Humphrey Bogart und ist erstklassig getextet wie die Werbung für eine Hellersdorfer Imbissbude, sagt der Chef. Sie sollen aber anrufen." (traumjob bei pit kabel (pdf, 207 KB) )

Ich schau sie immer noch entsetzt an. "Tut mir leid, ich will nen Auto und keine Fahrt mit der Geisterbahn."

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Sonntag, 25. November 2007

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Alles Business Teil 8
Wenn der Typ hinter dem Riesenschreibtisch schreit, bewegt sich sein Doppelkinn. Heute habe ich das Gefühl, sein Doppelkinn berührt in jedem Moment seine Stirn.

Er brüllt wie ein Stier:"Was soll das? Wir hatten Exklusivität vereinbart und jetzt das."

Ich hatte erst einen Kaffee heute und komme einfach nicht dahinter, was er von mir will.

"Dieser Dingens, der Wiederholungstäter, verdammt, wie heißt der doch gleich?"

"von Matt?"

"Quatsch, der Typ, der sich immer mit dem Besteckputzer zankt, egal. Der schreibt gerade, wer du bist."

"Äh, wie jetzt?"

"Schreibstil, Wohnort, Nähe zu Niggemeier und der Fakt, dass du dich nie so richtig mit der Berliner Bande anlegst, ist Beweis genug. Und das Ablenkungsmanöver sei ziemlich kläglich gewesen. Klär das! Sofort! Und dann sag mir, wer dieser Schwenzel ist."

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Freitag, 23. November 2007

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Alles Business Teil 7
Ich versuche seit einigen Minuten die gigantische Kaffemaschine zu überreden, mir einen Latte Macchiato zu präsentieren. Ich habs gleich.

Kommen zwei Mädels rein und feixen.

"Hast du gesehen, wie dicht der war?"

"Gleich zieht er sein Lasepointerstiftschwert und bringt uns alle um, hab ich gedacht."

"Ich hab den nicht wirklich verstanden. Wer hat den eigentlich gebrieft?"

"Niemand. Es gibt ja noch nix offizielles. Der wollte unbedingt zum Pitch."

"Achso. Ich bring dem jetzt mal nen starken Kaffee. Vielleicht kommt er ja irgendwann zu sich, der Herr von Matt."

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Mittwoch, 21. November 2007

business

Alles Business Teil 6
Ich habe aufgegeben und dem Basic erzählt, wie toll das damals bei Harald Schmidt war und ich habe ihm versichern müssen, dass der Blogger Nummer 1 sich auf dem Stuhl auch gut machen würde.

Drüben im Konfi 2 hängt seit Tagen eine Liste mit Terminen. Die brauchen die PR-Praktis, um daraus diese Begrüßungsschilder zu basteln, die vor dem Konfi stehen. Für mich sind die immer ganz wichtig. Ich hätte den kleinen Mann sonst nicht erkannt. So lese ich "Herzlich Willkommen Hubert Burda" und ich kann wissend nicken, als mir der Typ mit dem Riesenschreibtisch den neuen potentiellen Investoren vorstellt.

Ich muss mich an diese sinnlosen Termine erst gewöhnen. Es hat etwas länger gedauert, ehe ich begriff, dass die gar nicht vorhaben, irgendwelche Anteile zu verkaufen. Sie lassen sie nur mal schnuppern, da drüben im Konfi 2. Einfach so.

Als Lagerfeuer-Hubert mit seinem Gefolge wieder in Richtung Parkplatz geht, habe ich einen Ohrwurm und erwische mich dabei, wie ich ihm hinterherwinken will. Du findest schon noch ein Spielzeug, alter Mann.

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Dienstag, 20. November 2007

business

Alles Business Teil 5
Wie ich solche Termine hasse. Das Hotel ist protzig bis zum Abwinken und die "ausgesuchten Pressevertreter" hätten besser ausgesucht werden müssen.

Seit das Gerücht aufkam, Herr Knüwer hätte mir damals die StudiVZ-Videos zugespielt, tut er so, als müsse ich ihm unendlich dankbar sein. Dass ich zu seiner Tarnung damals von seiner Blogroll geflogen bin, verschweigt er wie immer.

Herrn Kolbrück möchte man wie immer an die Hand nehmen und aus den Fängen seiner Redaktion zerren. Klappt nicht. Wie immer.

Seit trackback so mausetot ist, kann man Radioleute grundsätzlich ignorieren. Ich habe keine Ahnung, auf welchem Verteiler die noch standen.

Der Schleimer von der WIWO grinst wieder so wissend in sich hinein.

Turi kommt zu spät.

Die 20 Blogger, die im Foyer platziert wurden, müssen von der Security immer wieder zurück an ihre Rechner gescheucht werden.

Und hinten am Büffet steht wieder der Typ im schlammgrünen Dreiteiler, der sich zuerst den gesamten vegetarischen Kram reinzieht und dann so aussieht, als würde er hinter den Flügel kotzen wollen.

Nach dem Produkt fragt niemand. Keine Wunder. Gibt ja noch keins.

PS: Zum Schluss dürfen die Blogger in den Saal und der Basic kann es nicht lassen, mich dauernd Katrin zu nennen und mir zu erklären, wie die Overheadprojektoren im Osten hießen.

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Montag, 19. November 2007

business

Alles Business Teil 4
Es interessiert mich nicht wirklich, was die anderen denken, doch Spreeblick Johnny ist der erste, der akzeptiert, was ich vorhabe. Als wir uns zu einem Milchkaffe am Kollwitzplatz treffen, bestellt er Tee.

"Gibts keine echten Kerle mehr, die pottweise Kaffee zum Frühstück saufen?"

"Nee," erwidert Johnny. "Mit der Bionade starben die letzten Helden." Dann zieht er den Heizpilz ein Stück weiter in seine Richtung. Er hat schon blaue Lippen.

"Wusstest Du, dass die Dinger mehr CO2 produzieren als meine Familienkutsche?"

"Nö," sag ich. "Woher auch, ich habe gar kein Auto, nur nen Dienstwagen."

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Sonntag, 18. November 2007

business

Alles Business Teil 3
Lobo hat angerufen. Er nuschelte vor sich hin, ich konnte ihn kaum verstehen. Ab und zu klang es nach "neue Zeiten", "f****** cool", "zielgruppengenau" und "Werbung".

Ich hab zurückgenuschelt. "Danke für das Vertrauen, Herr Lobo," hab ich gesagt. "Aber die haben soviel Kohle für den Quatsch, die müssen sich für das Geldverbrennen nicht rechtfertigen."

Als ich dann erwähnte, dass es kein Ertragsmodell gäbe, schwieg Herr Lobo auf der anderen Seite. Ich hörte den Neid.

Dann kam er mir mit PR und empfahl, unbedingt einen von diesen Röcken mit aufgemaltem Hinterteil zu tragen. Sei der letzte Schrei. Er habe gerade ne Wagenladung aus Peking bekommen. Hätte er nicht seine Frisur, würde er sowas auch tragen. Das erregt Aufmerksamkeit und verdecke so wirksam die Pickel am Arsch.

PS: Der Basic schickte heute Blumen mit nem Kärtchen. "I love polylux!" stand drauf

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